Donnerstag, 16 Dhu al-Hijjah 1441 | 06/08/2020
Uhrzeit: (M.M.T)
Menu
Hauptmenü
Hauptmenü

Media Office
Großbritanien

H.  17 Shawwal 1441 No: 1441 AH / 24
M.  Montag, 08 Juni 2020

Presseverlautbarung

Die säkular-kapitalistische Ideologie bietet dem Rassismus den optimalen Nährboden, um zu gedeihen!

Immer mehr Demonstranten treten in immer größer werdenden Zahlen auf, lassen ihrer Frustration freien Lauf und teilen der Welt mit, dass sie die systematische rassistische Unterdrückung, die wir tagtäglich miterleben, nicht mehr tolerieren können. Wieder einmal zeigte der Rassismus, der tief in der amerikanischen Gesellschaft verankert ist, sein schreckliches Gesicht. Sogar der weniger deutlich zu Tage tretende systematische Rassismus in Großbritannien wird derzeit diskutiert.

Polizeigewalt, die wirtschaftliche Lage, Beschäftigten- und Gesundheitsstatistiken zeigen, dass Amerika, Europa und Großbritannien im Inneren sehr viele Ungleichheiten aufweisen. Dabei lassen sich Unterschiedlichkeiten vor allem anhand der ethnischen Zugehörigkeit ausmachen. Tatsächlich sind es überwiegend die sogenannten ethnischen Minderheiten, die die Hauptlast der pandemischen Ausbreitung des Coronavirus zu tragen haben. Einerseits gehören sie statistisch gesehen öfter zu den Infizierten, andererseits arbeiten sie häufiger in Schlüsselpositionen, die dem Virus eher ausgesetzt sind, um so die Gesellschaft aufrechtzuerhalten.

Nachdem George Floyd in aller Öffentlichkeit ermordet wurde sollte es niemanden verwundern, dass die Menschen ihrer zerstörerischen Wut freien Lauf lassen. Vor allem in Anbetracht der Häufigkeit ähnlicher Morde und der mangelnden Gerechtigkeit. Die Wutausbrüche der Menschen sind daher entweder eine Demonstration ihrer Wut oder schlicht ein Ventil zur Linderung der Armut, die ihnen vom Rest der Gesellschaft aufgezwungen wurde.

Seit Hunderten von Jahren beuten die Vereinigten Staaten von Amerika und die anderen kapitalistischen Staaten des Westens jene aus, die von der machthabenden Elite als minderwertig oder weniger bedeutsam eingestuft werden. Sie erfinden Ausreden, um vor dem Rest des Volkes zu rechtfertigen, warum die „Unterschicht“ derart behandelt werden darf. Die Europäer haben Begrifflichkeiten wie „Herrenrasse“ und „Herrenvolk“ erfunden, um den Sklavenhandel rechtzufertigen. Das Ziel der Kapitalisten bestand immer schon darin, Arbeitskräfte auszubeuten. Die Mehrheit der Europäer und Amerikaner nahm rassistische Ideen an, um sich von der Tatsache abzulenken, dass auch sie aus Sicht der kapitalistischen Elite nur Arbeitskräfte sind, die es auszubeuten gilt. Dass sie ihrer eigenen Vorstellung nach einer etwas höheren Klasse angehört, ändert daran nichts.

Eine solche Form der Selbstherrlichkeit hat der Islam stets verurteilt. Im Koran finden wir die Geschichte von Iblis und dessen arroganter Missachtung gegenüber Adam (a), die ihm schließlich zum Verhängnis wurde. Auch andere Religionen und Moralvorstellungen haben den Rassismus und die Überheblichkeit von Rassisten stets verurteilt, sodass er weitgehend als etwas negatives betrachtet wird. Dennoch hat der Rassismus noch immer viele Anhänger, die diesen meist nicht offen zeigen. In jüngster Zeit hat der Rassismus wieder etwas an Popularität gewonnen, da populistische Führer die wachsende Unzufriedenheit, die aus dem Scheitern der kapitalistischen Volkswirtschaften resultiert, für sich nutzen und sowohl den Nationalismus als auch den Rassismus propagieren, mit dem Ziel, in ihrem Streben nach Macht Unterstützung zu finden.

Donald Trump und populistische Führer wie er in ganz Europa wissen, dass es ein Leichtes ist, Minderheiten zum Sündenbock zu machen, um ihre Unterstützer zu mobilisieren und von ihrer eigenen Unterdrückung abzulenken. Daher spaltet sich die Gesellschaft in die oberflächlichen Anhänger des Populismus, die in Wahrheit ebenfalls unterdrückt werden, und eine offenkundig unterdrückte Minderheit. Diese gesellschaftliche Spaltung rechtfertigt man mit hasserfüllten Unterstellungen, Reden und gezielten Handlungen. Die kapitalistische Elite bleibt davon unbetroffen, da es ihr egal ist, wen sie ausbeutet, solange sich die Menschen nur weiterhin ausbeuten lassen.

Die Wahrzeichen der weißen privilegierten Kapitalisten zu beschädigen oder gar zu zerstören, ist eine verständliche Reaktion, betrachtet man die Wut, die sich über Generationen der Ausbeutung und Unterdrückung aufgestaut hat. Den Kapitalisten ist allerdings durchaus klar, dass derartige Gewaltausbrüche wie ein Druckventil sind, das von Zeit zu Zeit geöffnet werden muss. Aufgrund dessen erlauben sie Proteste und sogar ein gewisses Maß an Gewalt und Zerstörung. So wird sichergestellt, dass sich die Unterdrückten letztendlich wieder in das kapitalistische System eingliedern. Hin und wieder mag es zu symbolischen Anpassungen der Machtverhältnisse und Rollen innerhalb der Gesellschaft kommen, doch bleibt die kapitalistische Elite und das korrupte System des Kapitalismus stets bestehen. Das Ausbeuten nimmt somit kein Ende.

Das Ziel der meisten Demonstranten besteht darin, sich Gehör zu verschaffen, sich zu erheben und wahrgenommen zu werden, um den Staat so dazu zu bewegen, zuzuhören. Auf diese Weise erhoffen sie sich Veränderungen in Gang zu setzen, damit ein Teil des Leids vermindert wird. Jawohl, Veränderungen sind notwendig, auch kurzfristiger Natur, um der massiven Ungerechtigkeit entgegenzuwirken. Allerdings kann man durch Demonstrationen und Proteste selten mehr als nur symbolische Gesten herbeiführen, womit eine tatsächliche Korrektur des Systems, das für Ausbeutung und Unterdrückung ursächlich ist, nie wirklich beginnt.

Das kapitalistische System beutet das Volk auf Biegen und Brechen aus, da sein säkulares Fundament die Menschen glauben lässt, dass Mächtigkeit automatisch mit Richtigkeit einhergehen würde, und dass die Bedürfnisse der Mehrheit wichtiger seien als die Bedürfnisse der Minderheiten. Damit dieses ausbeuterische System langfristig bestehen bleibt, teilte die kapitalistische Elite einen Teil ihres unermesslichen Reichtums mit einer privilegierten Mittelschicht. Auf diese Weise ließ sich sicherstellen, dass die große Mehrheit der Arbeitskräfte aus der Unterschicht nicht ausschert. Die Ungleichheiten in Hinblick auf den persönlichen Status und die eigenen Chancen versucht man mit allen möglichen Entschuldigungen rechtzufertigen.

Die kapitalistische Ideologie mit ihrem säkularen Überzeugungsfundament wird die Menschen weiterhin unterdrücken und ausbeuten, solange man dies zulässt. Selbst wenn sich einige aus der privilegierten Mittelschicht für ihren unrechtmäßig erworbenen Status schuldig fühlen und die Menschen aus der Unterschicht um Verzeihung bitten, ja sogar einen Teil ihres Wohlstands und ihrer Macht mit ihnen teilen, wird die Unterdrückung niemals ein Ende nehmen, da das unterdrückerische System – d.h. die Wurzel allen Übels – nach wie vor existiert. In so einem Fall mag sich die Unterdrückung auf andere Menschen verlagern, wie beispielsweise auf Menschen im Ausland, doch bleibt der Teufelskreis, die Ausbeutung und die Unterdrückung bestehen.

Die Muslime in Großbritannien müssen sich der Ursachen des systematischen Rassismus im Westen, sowie der Tatsache, dass der Islam eine Lösung für alle Menschen darstellt, bewusstwerden. Die verschiedenartigen Erscheinungsformen des Rassismus anzugehen, wenn diese auftreten, ist ein durchaus lobenswerter Akt. Doch sollte man sich keineswegs nur darauf beschränken. Vielmehr sollten wir versuchen die eigentliche Ursache des Problems aufzudecken und anzugehen.

Es ist wahr, dass der Islam Rassismus, Nationalismus und jede Form der Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe und der ethnischen Zugehörigkeit entschieden verurteilt. Dies muss jedoch in der Praxis auch umgesetzt werden. Der Islam vermag jede Form des Rassismus zu verhindern, nämlich durch die Errichtung des Kalifats gemäß dem Plan des Prophetentums. Dieses Kalifat wird die Bestimmungen des Islam in Hinblick auf die Wirtschaft, das Gerichtswesen, sowie in Hinblick auf das Beziehungssystem der Geschlechter und das Bildungssystem praktisch umsetzen. Nicht nur, dass all diese Systeme die Ausbeutung einer gesellschaftlichen „Klasse“ durch eine andere nicht tolerieren, nein, sie erkennen die kategorische Aufteilung der Menschen in „Klassen“ nicht an und werden nicht zulassen, dass populistische Heuchler für Spaltungen innerhalb der Gesellschaft sorgen.

﴿يَا أَيُّهَا النَّاسُ إِنَّا خَلَقْنَاكُم مِّن ذَكَرٍ وَأُنثَى وَجَعَلْنَاكُمْ شُعُوبًا وَقَبَائِلَ لِتَعَارَفُوا إِنَّ أَكْرَمَكُمْ عِندَ اللَّهِ أَتْقَاكُمْ إِنَّ اللَّهَ عَلِيمٌ خَبِيرٌ

O ihr Menschen, Wir haben euch ja von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Gewiss, der Geehrteste von euch bei Allah ist der Gottesfürchtigste von euch. Gewiss, Allah ist Allwissend und Allkundig.(49:13)

Yahya Nisbet

Medienvertreter von Hizb-ut-Tahrir / Großbritannien

المكتب الإعلامي لحزب التحرير
Großbritanien
عنوان المراسلة و عنوان الزيارة
تلفون: +44 (0) 7074 192400
www.hizb.org.uk; www.hizb-ut-tahrir.org; www.hizb-ut-tahrir.info
E-Mail: media@hizb-ut-tahrir.info; press@hizb.org.uk

Seitenkategorie

Links

Die westlichen Länder

Muslimische Länder

Muslimische Länder