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بسم الله الرحمن الرحيم

Wenn ein Ball den Rassismus des Westens aufdeckt

Nachricht:

Der deutsche Fußballnationalspieler Mesut Özil hat seinen Rücktritt aus der deutschen Nationalelf bekanntgegeben, nachdem er in Deutschland heftiger öffentlicher Kritik ausgesetzt war.

In einer Stellungnahme erklärte Özil: „Schweren Herzens und nach gründlicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich nach den Vorkommnissen der letzten Zeit nicht mehr für Deutschland auf internationaler Ebene spielen werde, solange ich Rassismus und Verachtung spüre.“ Er betonte: „Aber wenn hochrangige Funktionäre des Deutschen Fußballbundes mich so behandeln, wie sie es getan haben, meine türkischen Wurzeln verachten und mich zum Werkzeug ihrer eigenen politischen Propaganda machen, dann ist es genug.“

Kommentar:

Die Afd hat während der Fußball-WM in Russland für eine allgemeine Stimmungsmache angesichts der miserablen Leistung der deutschen Mannschaft in den sozialen Medien gesorgt. Dabei wurde die Schuld für das WM-Aus bei dem türkischstämmigen Mesut Özil gesucht ebenso wie bei seinen Team-Kollegen, dem aus Ghana stammenden Boateng und Gündokan, der ebenfalls türkische Wurzeln hat. Für die Afd besteht ein Zusammenhang zwischen dem Versagen der Nationalmannschaft und der offenen Einwanderungspolitik Angela Merkels. Aus Sicht der Rechten beeinträchtige diese Politik die Reinheit und Tugend der deutschen Gesellschaft. Solchen Fußballern stünde es aufgrund ihrer ausländischen Wurzeln nicht zu, Deutschland zu repräsentieren.

Dass jemand mit Migrationshintergrund von Politikern, Medien, Parteien und von einzelnen Personen öffentlich gedemütigt wird, kommt nicht zum ersten Mal vor– und es wir nicht das letzte Mal bleiben. Was dennoch auffällt ist, dass es in diesem Fall Personen trifft, die in der westlichen Gesellschaft in Sachen Integration und Loyalität als Vorbilder galten. Trotzdem stellt man sich gegen sie und lässt sie fallen. Denn das Überzeugungsfundament (´Aqida) dieser Gesellschaft akzeptiert keine Integration, obwohl die Gesellschaft nach eigenem Bekunden und laut ihrer Politik genau das anstrebt und sie von den Einwanderern verlangt, sich zu integrieren. Doch die Realität belegt, dass andere Menschen aus rein nationalistisch-rassistischen Gründen nicht akzeptiert werden - und das nicht nur im Fall Özil, sondern weit darüber hinaus und zu jedem möglichen Anlass.

Selbst bei Personen wie dem früheren Vorsitzenden der Grünen, Cem Özdemir, oder wie bei Tarek Al-Wazir, dem hessischen Wirtschaftsminister, wird auf ihre Herkunft verwiesen, wenn man sie einem Publikum vorstellen möchte. So sind es bei Özdemir die türkischen, bei al-Wazir die jemenitischen Wurzeln. Die Gesellschaft ist nicht in der Lage, sie im Schmelztiegel ihrer angeblichen Demokratie zu einem Teil der Gesellschaft verschmelzen zu lassen. So kann die Gesellschaft sie immer wieder an ihre nichtdeutsche Herkunft erinnern, auch wenn sie den Eid auf die Verfassung geschworen, der Gesellschaft gedient und sich ihrer eigenen Wurzeln entledigt haben, um damit das Wohlgefallen der Gesellschaft zu erlangen.

Der Fußballer Özil hat das Richtige getan, diese fragile Ideologie bloßzustellen und die feindseligen Ressentiments, die in ihrem Inneren verborgen lagen, sichtbar zu machen. Die verschiedenen Communities der Migranten in Deutschland haben Özil bestärkt, da er offen aussprach, was fünf Millionen lange hier lebende Migranten ebenso wie neu Zugewanderte erleben müssen. Es wird von ihnen verlangt, sich zu assimilieren, wenn man sie über die Freiheiten belehrt und darüber, dass das Gesetz zu respektieren ist und dass Gleichheit vor der Justiz herrscht. Es wird ihre Assimilierung verlangt, wenn sie genötigt werden, gemäß der hiesigen Lebensanschauung zu leben und ihre Bräuche und Traditionen aufzugeben, um sich danach von ihren Wurzeln, von ihrer Geschichte und von ihrer eigenen Lebensanschauung loszusagen.

Auch in Frankreich ist die Lage nicht besser. Hätten die Franzosen nicht den Pokal gewonnen, hätte man mit Schlimmerem rechnen müssen. Denn die französische Mannschaft besteht zu mehr als der Hälfte aus Spielern mit afrikanischen Wurzeln.

Allah (t) spricht über sie die Wahrheit, wenn Er sagt:

{وَلَنْ تَرْضَى عَنْكَ الْيَهُودُ وَلا النَّصَارَى حَتَّى تَتَّبِعَ مِلَّتَهُمْ}

Weder die Juden noch die Christen werden mit dir zufrieden sein, bis du ihrem Glaubensbekenntnis folgst.“ (2:120)

Geschrieben für das CMO-Radio von Hizb-ut-Tahrir

Yousuf Salamah - Deutschland

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