Samstag, 10 Jumada al-awwal 1444 | 03/12/2022
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بسم الله الرحمن الرحيم

Im Namen Allahs des Erbarmungsvollen des Barmherzigen

Wann endet das Geschacher darum, dass man den Ungläubigen zu den Feiertagen gratulieren dürfe!?

In diesen Tagen gibt es - wie in jedem Jahr - viele Kontroversen über die Frage, ob man Christen zu ihren Festen gratulieren darf, und zwar zwischen denen, die meinen, es sei erlaubt und denen, die es für verboten halten, denen, die es unterstützen und denen, die es ablehnen. Der Mufti von Ägypten und der Scheich der al-Azhar haben sich auf die Seite derer gestellt, die es für erlaubt erklären, den Christen zu gratulieren, und sie unterstützen sie voll und ganz, und das auf direktem Befehl des Regimes und seines obersten Chefs. Während seines Interviews mit dem Nazra-Programm, das auf dem Sada al-Balad-Kanal ausgestrahlt wurde und vom Journalisten Hamdi Rizk am 10.12.2021 präsentiert wurde, sagte er, den Christen zu gratulieren sei erlaubt und nicht verboten. Die Feier des neuen Jahres am Tag der Geburt von Issa (a.s.) sei erlaubt. Am Donnerstag, den 13.12.2021 rief der Scheich der al-Azhar Papst Tawadros, den Papst von Alexandria an, um ihm zum neuen Jahr zu gratulieren, so al-Yaum al-Sabi, die auch berichtete, dass der Scheich der Azhar in Presseerklärungen betonte, dass es Narrative gibt, die der Islam nicht kennt und die die Köpfe der Menschen kapern und in die Irre leiten. Demnach wäre das Gratulieren der Christen zu ihren Festen verboten und auch andere Dinge, was er als „Priestertum“ bezeichnen würde, das nichts mit dem Islam habe. Am 23.12.2021 berichtete al-Yaum al-Sabi ebenfalls, dass der Mufti betonte, das Gratulieren der Christen vonseiten der Muslime zu den verschiedenen Anlässen sei eine obligatorische und wünschenswerte Angelegenheit. Er fuhr in seiner Erklärung fort: „Deshalb verlassen wir uns in diesen Fatawa auf die gesellschaftliche Tiefe hin zu Stabilität und Harmonie zwischen den Mitgliedern derselben Gesellschaft. Deshalb sagen wir vom Ägyptischen Dar al-Ifta, dass es einen Schutzschirm gibt, der die Fatwa-Angelegenheit regeln sollte. Dieser Schirm steht für gesellschaftliche Stabilität. Alle Fatwas sollten darauf ausgerichtet sein, dieses Ziel zu erreichen.“

Die Aussagen, dass es zulässig sei, den Christen zu gratulieren und es als etwas zu betrachten, dass Lohn bringt, beschränken sich nicht nur auf die oben genannten Personen, sondern kamen auch von allen Gelehrten, die den Vasallen-Regimen zugerechnet werden, um sich ihren Herren im Westen anzunähern. Ihre Worte beruhen definitiv nicht auf den islamischen Rechtsquellen, sondern basieren auf rein rationaler Beweisführung bzw. beruhen auf verdrehten, falschen Auslegungen, die mit der Sache nichts zu tun haben. Sie befassen sich nicht mit der Realität dieser Feste und worauf diese basieren. Um uns der Wahrheit bewusst zu werden und sie den Menschen zu verdeutlichen, müssen wir die Realität dieses Feiertages, den die Nichtmuslime begehen näher darlegen. So können wir dann sagen, ob es zulässig ist, sich an ihren Festen zu beteiligen oder nicht. Was ist die Pflicht der Muslime gegenüber den Nichtmuslimen? Und schließlich: Warum wird diese Sache alle Jahre wieder, inbesondere in letzter Zeit, thematisiert?

Das Mindeste, was man über diesen Tag und dieses Fest sagen kann ist, dass die Christen diesen Tag als die Geburt Gottes bzw. des Sohnes Gottes – wie sie behaupten – begehen. Und das ist eine Sache, die bei Allah (t) sehr schwer wiegt:

(وَقَالُوا اتَّخَذَ الرَّحْمَنُ وَلَداً * لَقَدْ جِئْتُمْ شَيْئاً إِدّاً * تَكَادُ السَّمَاوَاتُ يَتَفَطَّرْنَ مِنْهُ وَتَنْشَقُّ الْأَرْضُ وَتَخِرُّ الْجِبَالُ هَدّاً * أَنْ دَعَوْا لِلرَّحْمَنِ وَلَداً * وَمَا يَنْبَغِي لِلرَّحْمَنِ أَنْ يَتَّخِذَ وَلَداً)

Und sie sagen: „Der Allerbarmer hat sich Kinder genommen.“ Ihr habt ja eine abscheuliche Sache begangen. Beinahe brechen davon die Himmel auseinander, und (beinahe) spaltet sich die Erde, und (beinahe) stürzen die Berge in Trümmern zusammen, dass dem Allerbarmer Kinder zuschreiben. Es ziemt dem Allerbarmer nicht, Sich Kinder zu nehmen. (19:88-92)

Daher wäre das bloße Gratulieren der Christen zu diesem Tag eine Bekräftigung ihrer Behauptung, Allah, der Große und Gewaltige, habe einen Sohn. Und man würde sich an einer gewaltigen Sünde beteiligen, die den Himmel fast zum Auseinanderbrechen bringt und die Erde beinahe spaltet angesichts des Verbrechens, dessen sich eine Person schuldig macht, die behauptet, Allah habe einen Sohn. Ibn al-Qayyim sagt in Ahkam ahl al-Dhimma: Was die Gratulation zu den spezifischen Riten des Kufr betrifft, so ist dies per Konsens verboten. Das wäre der Fall, wenn man ihnen anlässlich ihrer Feste und ihrer Fastenzeit sagen würde „´Id mubarak an dich“ , oder sie zu diesem oder einem ähnliche Fest beglückwünschen würde. Auch wenn derjenige, der das ausspricht, keinen Kufr begeht, so hat er eine verbotene Handlung begangen. Es ist, als würde er demjenigen dazu gratulieren, sich zum Kreuz niederzuknien. Es ist sogar eine schwerere Sünde bei Allah und hassenswerter bei Ihm, als das Trinken von Alkohol, das Töten eines Menschen und Unzucht zu begehen. Viele von denen, die den deen nicht schätzen, begehen dies und sind sich dieser Abscheulichkeit nicht bewusst. Wer einer Person zu einer Sünde, einer Bid´ a oder zum Kufr gratuliert, der setzt sich dem Zorn Allahs aus.“ Von Thabit bin al-Dahhak wird berichtet, dass er sagte: „Ein Mann hat zur Zeit des Gesandten Allahs (s) ein Gelübde abgelegt, dass er Kamele in Buwana – ein Ort nahe Mekka - zu schlachten. Da ging er zum Propheten (s) und sagte: Ich habe ein Gelübde abgelegt, dass ich Kamele in Buwana schlachte. Da fragte der Gesandte (s):

«هَلْ كَانَ فِيهَا وَثَنٌ مِنْ أَوْثَانِ الْجَاهِلِيَّةِ يُعْبَدُ؟»

Hat es mit einem der Götzen der Jahiliyya zu tun, der angebetet wird?

Sie antworteten: Nein. Er (s) fragte:

«هَلْ كَانَ فِيهَا عِيدٌ مِنْ أَعْيَادِهِمْ؟»

Hat es mit einem ihrer Feste zu tun?

Sie antworteten: Nein. Da sagte er (s):

«أَوْفِ بِنَذْرِكَ، فَإِنَّهُ لَا وَفَاءَ لِنَذْرٍ فِي مَعْصِيَةِ اللَّهِ وَلَا فِيمَا لَا يَمْلِكُ ابْنُ آدَمَ»

Erfülle dein Gelübde. Denn ein Gelübde, Allah gegenüber ungehorsam zu sein, darf nicht erfüllt werden, noch darf man etwas tun, über das ein Mensch keine Kontrolle hat. (überliefert bei Abu Dawud, im Original in den beiden Sahih-Werken) Der Beweis in diesem Hadith ist, dass das Schlachten anlässlich des Festes der Götzendiener ein Ungehorsam gegenüber Allah ist. Denn der Gesandte (s) sagte:

Es gibt keine Erfüllung eines Gelübdes im Ungehorsam gegenüber Allah.

Abdullah bin Amr bin al-Aas sagte: „Wer auch immer den Ländern der Nicht-Araber folgt und ihren Nowruz und ihre Feste und Feierlichkeiten kopiert und nachahmt und dabei bleibt, bis er stirbt, der wird am Tag der Auferstehung mit ihnen versammelt werden.“ Der Kalif Umar ibn al-Khattab und die Sahaba sowie alle Imame der Muslime machten den Nichtmuslimen zur Bedingung, dass sie im Land der Muslime ihre Feste nicht offensichtlich nach außen zeigen, sondern dass sie sie unmerklich in ihren Häusern begehen. Wer also auch immer gratuliert, der verstößt gegen die islamischen Rechtsquellen und gegen das, wonach die edlen Sahaba gingen. Man sollte nicht sagen, dass man es aus Höflichkeit tut oder als Reaktion darauf, dass sie uns zu unseren Festen bzw. gratulieren bzw. daran teilhaben. Die Höflichkeit ihnen gegenüber wird nicht dadurch realisiert, indem man sie in ihrem Shirk und in ihrem Kufr sowie in ihrer Irreleitung bestätigt, sondern indem man ihnen einen Ratschlag gibt und sie zur Wahrheit einlädt, die wir vertreten. Es ist eine Einladung zum Eintritt in den deen Allahs, was sie vor der Strafe Allahs am Tage der Auferstehung retten soll. Das ist der höchste Gipfel der Höflichkeit, den man ihnen erweisen kann. Aber das Gratulieren ist neben der Tatsache, dass man sie in der Falschheit bestätigt, eine Täuschung ihnen gegenüber, eine Irreführung und eine Einladung, dass sie ewig im Höllenfeuer verbleiben. Sie als Reaktion zu beglückwünschen, dafür dass sie uns gratulieren, sollte nicht geschehen, indem man sich selber in ihre Falschheiten begibt, sondern indem man sich auf eine Weise davon distanziert, die sie zum richtigen Nachdenken bringt, sodass zur klaren Wahrheit rechtgeleitet werden. Und so würden sich die Worte Allahs erfüllen:

(لَّا يَنْهَاكُمُ اللَّهُ عَنِ الَّذِينَ لَمْ يُقَاتِلُوكُمْ فِي الدِّينِ وَلَمْ يُخْرِجُوكُم مِّن دِيَارِكُمْ أَن تَبَرُّوهُمْ وَتُقْسِطُوا إِلَيْهِمْ إِنَّ اللَّهَ يُحِبُّ الْمُقْسِطِينَ)

Allah verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht des Glaubens wegen bekämpft haben und euch nicht aus euren Häusern vertrieben haben, gütig zu sein und redlich mit ihnen zu verfahren; wahrlich Allah liebt die Gerechten.(60:8)

Solche falschen Fatwas wären nicht aufgetaucht, und es würde nicht nötig sein, darauf zu reagieren, hätte der Islam einen Staat, der seine Gesetze in den islamischen Ländern umsetzt, sodass er mit seiner Gerechtigkeit Muslimen als auch Nichtmuslimen Schatten spendet. Es ist ein Staat, der jede Form des Klassendenkens und des Konfessionalismus eliminiert. So haben wir jahrhundertelang mit den Christen in Ägypten und anderswo in den muslimischen Ländern gelebt. Wir brauchten solche Dinge nicht zur Sprache bringen oder über solche Fatwas zu reden. Jeder kannte seine Rechte und seine Pflichten gegenüber dem islamischen Staat, der sich um alle gleichermaßen kümmerte, unabhängig von Religion, Hautfarbe, Rasse oder Konfession. Der einzige Nutznießer davon, diese Angelegenheiten zu debattieren und die Menschen damit zu beschäftigen, ist der Westen, der versucht, die Umma durch Nebenkämpfe von ihrer Schicksalsangelegenheit abzulenken. Diese Schicksalsangelegenheit stellt ihre Größe und Würde wieder her. Es geht um die Wiedererrichtung des rechtgeleiteten Kalifats nach dem Plane der Prophetenschaft und dadurch um die Wiederaufnahme des islamischen Lebens. Nur so kann diese Kontroverse beendet und das Streben des Westens vereitelt werden.

Und der Ausgang liegt hier bei den Aufrichtigen unter den Söhnen und Töchtern der Umma allgemein und den Armeeangehörigen im Besonderen. Denn sie sind es, die die Stärke in der Hand haben. Und sie sind die einzigen, die in der Lage sind, ihrer Umma beizustehen und ihnen zu ermöglichen, den Staat der Würde zu errichten; das Kalifat, das den Westen die Einflüsterungen des Teufels vergessen macht. Wer also wird das Banner des Gesandten Allahs (s) tragen und die Sache Allahs, des Gesandten (s) und des deen unterstützen und das Kalifat neu errichten?

(يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُواْ اسْتَجِيبُواْ لِلّهِ وَلِلرَّسُولِ إِذَا دَعَاكُم لِمَا يُحْيِيكُمْ وَاعْلَمُواْ أَنَّ اللّهَ يَحُولُ بَيْنَ الْمَرْءِ وَقَلْبِهِ وَأَنَّهُ إِلَيْهِ تُحْشَرُونَ)

O die ihr glaubt, leistet Allah und dem Gesandten Folge, wenn er euch zu dem aufruft, was euch Leben gibt. Und wisset, dass Allah zwischen dem Menschen und seinem Herzen trennt und dass ihr zu Ihm versammelt werdet!(8:24)

Geschrieben für das zentrale Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir
Said Fadl
Mitglied des zentralen Medienbüros von Hizb-ut-Tahrir
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