Samstag, 26 Ramadan 1442 | 08/05/2021
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بسم الله الرحمن الرحيم

Bevorstehende Gefahren und dauerhafter Frieden

Bei all den Spannungen rund um Donald Trumps Amtsenthebung und die Amtseinführung Joseph Bidens, der nun als neuer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika eingesetzt wurde, sollte die Gesellschaft insgesamt, aber auch die ethnischen Gemeinschaften und insbesondere die muslimische Gemeinschaft die Gefahren, die von rechtsextremen Weißen ausgehen, nicht aus den Augen verlieren.

Die örtlichen Stellen des FBI rieten den Muslimen, sich vor Bedrohungen und möglichen Angriffen auf ihre Moscheen in Acht zu nehmen. Unsere Botschaft soll keineswegs als Schwarzmalerei verstanden werden. Wir müssen alle uns zur Verfügung stehenden Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, sofern diese notwendig sind, doch sollten wir vor allem verstehen, in welcher Situation sich die Muslime befinden.

Womöglich meint der eine oder andere, dass es angebracht wäre, das Leben derjenigen Muslime, die damals von Mekka nach Abessinien flohen, weil man sie verfolgte, mit dem Leben der Muslime heutzutage zu vergleichen. Die Muslime suchten damals Schutz beim Naǧāšī, weshalb mancher zu dem Schluss kommen könnte, dass wir einen modernen Naǧāšī bräuchten. Wir möchten an dieser Stelle eines unmissverständlich klar machen: So etwas wie einen „modernen Naǧāšī“ gibt es nicht, denn der Naǧāšī war das System.

Darüber hinaus gibt es manche, die fälschlicherweise Vergleiche mit Obama und anderen anstellen. Wieder andere denken sogar positiv über Biden, weil sie ihn direkt mit Trump vergleichen. Dabei haben wir wieder und wieder erlebt, wie amerikanische Präsidenten das bestehende säkularistische System aufrechterhalten; jenes System also, das Rassismus, religiöse Bigotterie und Fremdenfeindlichkeit zur Norm hat werden lassen.

Der Säkularismus zieht weiße Suprematisten und ähnlich denkende heran, bzw. toleriert derartiges Gedankengut.

Der Säkularismus ist mitverantwortlich für das bedrohliche Klima, dem sich die Muslime ausgesetzt sehen. Ebenso für die negative Haltung, die andere den Muslimen gegenüber einnehmen.

Der Säkularismus ist schuld daran, dass die Medien den Islam nach Belieben verleumden und ständig boshafte Verbindungen zwischen dem Islam und Reizwörtern wie Terrorismus, Extremismus, Fundamentalismus usw. herstellen.

Wir sollten drohende Gefahren ernst nehmen, dabei aber nicht vergessen, dass diese mittlerweile unvermeidlich sind und sich unsere Lage weiter verschärfen wird.

In Zeiten der Schwere und der Not sollten wir uns umso mehr vor Augen halten, dass uns Allah (t) im Koran mehrfach daran erinnert, wie wichtig Geduld und Durchsetzungsvermögen sind, und wir stets an der Wahrheit festhalten müssen.

Allah (t) sprach in Sure Al-ʿAnkabūt, Vers 2:

(أَحَسِبَ النَّاسُ أَن يُتْرَكُوا أَن يَقُولُوا آمَنَّا وَهُمْ لَا يُفْتَنُونَ)

Meinen die Menschen, dass sie in Ruhe gelassen werden, (nur) weil sie sagen: „Wir glauben“, ohne dass sie geprüft werden? (29:2)

Und in der Sure Yūsuf, Vers 110, erinnert der Erhabene uns:

(حَتَّى إِذَا اسْتَيْأَسَ الرُّسُلُ وَظَنُّوا أَنَّهُمْ قَدْ كُذِبُوا جَاءَهُمْ نَصْرُنَا فَنُجِّيَ مَنْ نَشَاءُ وَلَا يُرَدُّ بَأْسُنَا عَنِ الْقَوْمِ الْمُجْرِمِينَ)

Erst dann, als die Gesandten die Hoffnung aufgegeben hatten und sie meinten, dass sie belogen worden seien, kam Unsere Hilfe zu ihnen. Und so wird errettet, wen Wir wollen. Aber vom übeltätigen Volk wird Unsere Gewalt nicht abgewandt. (12:110)

In Sure Al-Baqara, Vers 214, sagt Allah (t):

(أَمْ حَسِبْتُمْ أَن تَدْخُلُوا الْجَنَّةَ وَلَمَّا يَأْتِكُم مَّثَلُ الَّذِينَ خَلَوْا مِن قَبْلِكُم ۖ مَّسَّتْهُمُ الْبَأْسَاءُ وَالضَّرَّاءُ وَزُلْزِلُوا حَتَّىٰ يَقُولَ الرَّسُولُ وَالَّذِينَ آمَنُوا مَعَهُ مَتَىٰ نَصْرُ اللَّهِ ۗ أَلَا إِنَّ نَصْرَ اللَّهِ قَرِيبٌ)

Oder meint ihr etwa, dass ihr in den (Paradies)garten eingehen werdet, noch bevor Gleiches über euch gekommen ist, wie über diejenigen, die vor euch dahingegangen sind? Not und Leid widerfuhr ihnen, und sie wurden erschüttert, bis dass der Gesandte und diejenigen, die mit ihm glaubten, sagten: „Wann kommt Allahs Sieg? Aber wahrlich, Allahs Sieg ist nahe. (2:214)

Diese Verse zeigen uns deutlich, dass Allah (t) die Gläubigen zunächst auf unterschiedliche Arten und Weisen prüft, bevor er ihnen den Sieg zu Teil werden lässt. Auf diese Weise zeigt sich, welche Seiner Diener Ihm wirklich treu ergeben sind. Und in der Tat versprach Allah (t) denjenigen den Sieg, die Standhaftigkeit beweisen.

Von Saʿd ibn Abī Waqqāṣ wird berichtet, dass der Gesandte Allahs (s) danach befragt wurde, wer am meisten geprüft wird. Da sprach der Gesandten Allahs (s):

«الْأَنْبِيَاءُ، ثُمَّ الْأَمْثَلُ فَالْأَمْثَلُ، يُبْتَلَى الرَّجُلُ عَلَى حَسَبِ دِينِهِ، فَإِنْ كَانَ فِي دِينِهِ صَلَابَةٌ زِيدَ صَلَابَةً، وَإِنْ كَانَ فِي دِينِهِ رِقَّةٌ خُفِّفَ عَنْهُ، وَلَا يَزَالُ الْبَلَاءُ بِالْعَبْدِ حَتَّى يَمْشِيَ عَلَى الْأَرْضِ مَا لَهُ خَطِيئَةٌ»

„In erster Linie die Propheten, dann die Rechtschaffenen, dann diejenigen, die nach ihnen die besten sind, und dann die, die nach diesen die besten sind. Man wird geprüft in Abhängigkeit davon, wie sehr man an seinem dīn festhält. Ist die eigene Hingabe groß, so wird man härter geprüft, ist sie allerdings weniger groß, so wird einem die Prüfung erleichtert. Ein Mensch wird so lange geprüft werden, bis er ohne Sünde auf der Erde wandelt.“ (Aḥmad)

Wir müssen mit Stolz zum Islam stehen, ob nun in Zeiten der Leichtigkeit oder der Schwere. Dies ist es, was uns anbefohlen wurde und von uns erwartet wird. Halten wir dies ein, werden wir ein Vorbild für kommende Generationen sein.

Aus dem eingangs erwähnten Beispiel der frühen Muslime, die nach Abessinien flohen, lässt sich dennoch eine Lehre ziehen. Obwohl die muslimischen Auswanderer beim Naǧāšī Sicherheit und Frieden fanden, gaben sie sich mit der neuen Situation nicht zufrieden. Sie wurden auch nicht sesshaft, da sie sich danach sehnten, zurückzukehren, um bei dem Propheten (s) zu sein und gemeinsam mit ihm unter der islamischen Autorität zu leben.

Im Gegensatz dazu haben wir – als muslimische Gemeinschaft – nirgendwo auf der Welt die Sicherheit, die wir brauchen. An keinem Ort der Welt ist unser dīn geschützt, noch wird er irgendwo vollständig umgesetzt. Daher sollte unser Verlangen nach der Wiederherstellung der Autorität des Islam umso größer sein.

Es sprach der Gesandte Allahs (s):

«إِنَّمَا الْإِمَامُ جُنَّةٌ يُقَاتَلُ مِنْ وَرَائِهِ وَيُتَّقَى بِهِ»

„Wahrlich, der Imam ist ein Schild, man kämpft hinter ihm und schützt sich durch ihn.“

Wir müssen nach vorne schauen und auf jenen Tag hinarbeiten, an dem die Autorität– so Er will – wieder in Händen des Islam liegt.

Sonntag, der 04. Ǧumādā l-āḫir 1442 n. H.
17. Januar 2021 n. Chr.
Hizb-ut-Tahrir
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