Dienstag, 12 Dhu al-Hijjah 1445 | 18/06/2024
Uhrzeit: (M.M.T)
Menu
Hauptmenü
Hauptmenü
  •   |  

بسم الله الرحمن الرحيم

Im Namen Allahs des Erbarmungsvollen des Barmherzigen

Nachricht – Kommentar

Ethnische Hetze ist ein weiteres hässliches Instrument opportunistischer säkularer Politik

Nachricht:

In den letzten Wochen hat die britische Presse darauf hingewiesen, dass mehrere Minister der britischen Regierung „Rassenhetze“ einsetzen, um die Unterstützung rechter und fremdenfeindlicher Elemente der Wählerschaft zu stärken. Es folgte eine Reihe hetzerischer Äußerungen der britischen Innenministerin Suella Braverman, die betonte, dass britisch-pakistanische Männer eher dazu neigten, sich Banden anzuschließen, die in den sexuellen Missbrauch junger, schutzbedürftiger weißer Mädchen im Land verwickelt sind. Sie charakterisiert ein solch abscheuliches Verhalten so, als würde es eine Verbindung zu der ethnischen Zugehörigkeit oder Kultur geben. Dabei fokussierte sie sich auf eine Reihe aufsehenerregender Fälle, in denen Männer pakistanischer Herkunft verwickelt waren, anstatt anzuerkennen, dass der sexuelle Missbrauch von Kindern im Land ein weit verbreitetes Problem ist, das alle Schichten und Ethnien betrifft. Sie sagte, dass es sich bei den Sexualtätern, einschließlich der grooming gangs, um „Gruppen von Männern handelt, die fast alle britisch-pakistanisch“ seien. Und dies trotz der Tatsache, dass in einem Bericht ihres eigenen Innenministeriums aus dem Jahr 2020 festgestellt wurde, dass es äußerst schwierig sei, einen Kausalzusammenhang zwischen ethnischer Zugehörigkeit, Rasse und der sexuellen Ausbeutung von Kindern zu finden, und die Untersuchung zu dem Schluss kam, dass die meisten Mitglieder der Kinder-Grooming-Bande weiße Männer im Alter von unter 30 Jahren seien. Dies ist kaum verwunderlich, da die Mehrheit der Bevölkerung weiß ist. Braverman erklärte in einem Interview mit Sky News außerdem, dass britisch-pakistanische Männer Frauen in „herablassender und illegitimer Weise“ sehen und „in ihrem Verhalten einen veralteten und geradezu abscheulichen Ansatz verfolgen“. Die Innenministerin hat auch eine Reihe abfälliger Kommentare gegen Einwanderer abgegeben, indem sie Migranten und Asylsuchende, die in kleinen Booten in das Land einreisen als „Invasoren“ bezeichnete und Migration mit einem erhöhten Maß an Kriminalität, Drogenhandel, Prostitution und Ausbeutung in Verbindung brachte. Robert Jenrick, der Einwanderungsminister, meinte, dass „exzessive, unkontrollierte Migration drohe, das Mitgefühl, das die britische Gesellschaft ausmacht, zu zerfressen“ und dass die, die ins Land reisen, „andere Lebensstile und Werte haben als die im Vereinigten Königreich (…) und den kulturellen Zusammenhalt der verschiedenen Gemeinschaften untergraben.“

Kommentar:

Unter ethnischer Hetze versteht man die Verwendung provokativer Äußerungen oder Lügen über die Rasse oder die Aufstachelung zu Rassenhass oder Wut gegenüber bestimmten ethnischen Gruppen, oft um sich einen politischen Vorteil zu verschaffen. Dieses Instrument ist zu einem festen Bestandteil der säkularen Politik und einer Wahlampftaktik in säkularen Staaten auf der ganzen Welt geworden. Es überrascht nicht, dass Bravermans und Jenricks Aussagen vor dem Hintergrund der Kommunalwahlen in diesem Monat und der bevorstehenden Parlamentswahlen im nächsten Jahr im Land erfolgten. Anti-Einwanderungs- und Antimuslim-Rhetorik sowie Identitätspolitik, die auf bestimmte ethnische Gruppen abzielt, sind seit Langem das Hintergrundgeräusch der französischen Präsidentschaftswahlen, bei denen Kandidaten gegeneinander antreten, um ihren Wählern zu zeigen, wer die größeren fremdenfeindlichen Eigenschaften hat. Politiker aller Couleur in Frankreich – Linke, Rechte und die Mitte –argumentierten, dass die zunehmende Zahl ausländischer Staatsangehöriger im Land die traditionellen französischen Werte degradiert hätte. Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte während der letztjährigen Wahl bei einer Kundgebung vor seinen Anhängern: „Wenn wir Angst vor Migrationsphänomenen haben, müssen wir meiner Meinung nach auch unsere DNA verteidigen.“ In der US-Politik werden seit langem Strategien eingesetzt, um weiße Menschen misstrauisch und ängstlich gegenüber Afroamerikanern und Einwanderern zu machen, um Wahlen zu gewinnen. Sowohl bei den Präsidentschaftswahlen 2016 als auch 2020 nutzte Donald Trump einwanderungs- und fremdenfeindliche Rhetorik, um eine bestimmte Basis im Land anzusprechen.

All dies demonstriert einmal mehr die inhärenten Gefahren und Spaltungen des kapitalistischen, säkularen Systems, in dem Politiker keine Hemmungen haben, Lügen, Rassismus und Hass gegenüber ethnischen Gruppen zu verbreiten, um Wahlen zu gewinnen. Es ist ein System, das es Politikern ermöglicht, Gemeinschaften gegeneinander auszuspielen, Rassenhass zu schüren und Rechtsextremisten zu politischen Zwecken zu nutzen, ungeachtet der katastrophalen Folgen für das Leben von Einzelpersonen und Gesellschaften. Im vergangenen Jahr nahmen die antimuslimischen Straftaten im Vereinigten Königreich um 28% zu. Dies war zu einem großen Teil auf das Anwachsen rechter Hassgruppen zurückzuführen, die falsche Vorstellungen über Muslime ausnutzten, darunter auch solche, die von Politikern verbreitet wurden. Die jüngsten Angriffe auf das Migrantenzentrum in Dover und auf Flüchtlinge, die in einem Hotel in Knowsley im Vereinigten Königreich lebten, standen auch im Zusammenhang mit der hetzerischen, einwanderungsfeindlichen Sprache der britischen Innenministerin. Im Jahr 2019 schrieb der rechtsextreme Terrorist Brenton Tarrant, der in zwei Moscheen in Christchurch, Neuseeland, 51 Muslime ermorderte, „für Rotherham“ auf seine Munition, bevor er das Feuer eröffnete. Rotherham ist eine Stadt im Vereinigten Königreich, die von rechten Politikern oft als Beispiel genutzt wird, um ihre Lüge von der unverhältnismäßigen Beteiligung pakistanischer Männer an der Unterstützung von Banden zu verbreiten. Grund hierfür ist ein aufsehenerregender Fall, in dem mehrere pakistanische Männer des Missbrauchs und der Vergewaltigung junger weißer Mädchen für schuldig befunden wurden.

Wie kann ein solches System, das einen machiavellistischen Stil der Politik anwendet, bei dem der Zweck die Mittel heiligt und bei dem nichts übertrieben scheint, solange es nur ein paar billige Stimmen einheimst, als die beste Art zu regieren angesehen werden? Wie kann ein System, das rassistische und fremdenfeindliche Ansichten ausnutzt und Vorurteile und Rassenspannungen schürt, anstatt zu versuchen, diese zu beseitigen, kohäsive, sichere Gesellschaften schaffen? Wie kann ein solches System, das es Politikern ermöglicht, ihre Popularität dadurch zu steigern, dass sie Minderheiten nutzen, um Wahlen zu gewinnen, als fortschrittlich und zivilisiert angesehen werden? Wie kann ein solches System, das Spaltung zwischen Menschen erzeugt und Gesellschaften polarisiert, als gesundes politisches Modell angesehen werden?

Als Muslime ist es sicherlich an der Zeit, dieses säkulare, positivistische System in unseren Ländern abzulehnen, das in ähnlicher Weise Spaltung unter den Muslimen gesät und es Politikern ermöglicht hat, die Flamme des Rassismus in unseren Gesellschaften zum politischen Vorteil anzufachen? Sicherlich ist es an der Zeit, zum System Allahs, des Allmächtigen zurückzukehren, dem Kalifat, das auf der Methode der Prophetenschaft basiert und einen bewährten Ansatz verfolgt, um den Rassismus aus den Menschen auszurotten und Menschen verschiedener Rassen und Nationalitäten in einem Staat zu verschmelzen, sodass sich alle respektiert und geschützt fühlen und durch die gerechten Gesetze des Islam eine Gleichbehandlung erfahren. Ohne Zweifel ist es an der Zeit, dieses wirklich zivilisierte System wiederherzustellen, in dem sich die Politik wahrhaftig um die Bedürfnisse der Menschen sorgt, anstatt eine Schlammschlacht zwischen eigennützigen, machthungrigen Politikern zu erzeugen, die eher bereit sind, innerhalb ihrer Gesellschaft für ihre eigenen Vorteile Rassismus zu schüren.

(ثُمَّ جَعَلْنَاكَ عَلَى شَرِيعَةٍ مِّنَ الْأَمْرِ فَاتَّبِعْهَا وَلَا تَتَّبِعْ أَهْوَاء الَّذِينَ لَا يَعْلَمُونَ)

Wir haben für dich eine Sharia erlassen, also befolge sie und folge nicht den niederen Wünschen der unwissenden Menschen. (45:18)

Geschrieben für das zentrale Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir
Dr. Nasreen Nawaz
Leiterin der Frauen-Sektion des zentralen Medienbüros von Hizb-ut-Tahrir
Nach oben

Seitenkategorie

Links

Die westlichen Länder

Muslimische Länder

Muslimische Länder