Samstag, 26 Ramadan 1442 | 08/05/2021
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بسم الله الرحمن الرحيم

Im Namen Allahs des Erbarmungsvollen des Barmherzigen
Antwort auf eine Frage
Die Ermordung des Atomwissenschaftlers Fakhrizadeh

Frage:

Am 06.12.2020 veröffentlichte France 24 ein Zitat des stellvertretenden Kommandanten der Revolutionsgarden, Ali Fadawi, wonach der Atomwissenschaftler Mohsen Fakhrizadeh durch 13 Maschinengewehrschüsse getötet wurde, die gezielt auf sein Gesicht gerichtet waren. Die Angreifer hätten bei dem Anschlag eine „fortschrittliche Kamera und künstliche Intelligenz“ genutzt. Noch zuvor, am 02.12.2020, ratifizierte der Wächterrat (eine Kammer, die die Arbeit des Shura-Rates, des iranischen Parlaments überwacht) einen Gesetzesentwurf, der eine Erhöhung der Urananreicherung auf 20% vorsieht und vor dem Hintergrund der Ermordung des Nuklearwissenschaftlers Fakhrizadeh verabschiedet wurde. Das Gesetz hatte eine Debatte zwischen der Regierung Hassan Rouhanis, die diesen Entwurf zurückwies und als „schädlich“ bezeichnete, und dem Parlament, das das neun Punkte umfassende Gesetz beschlossen hatte, ausgelöst! Warum kam es zu den Differenzen, anstatt sich auf einen Vergeltungsschlag gegen denjenigen zu einigen, der hinter dem Anschlag auf den wichtigsten muslimischen Nuklearwissenschaftler des Iran steckt, zumal der Judenstaat als Urheber dieser Tat ausgemacht wurde. Oder dient dieser Streit dem Zweck, die Akte Fakhrizadeh zu schließen, so, wie es das iranische Regime auch mit der Akte Qassem Solaimani getan hatte?

Antwort:

Um zu einer klaren Antwort zu gelangen, wollen wir folgende Punkte näher erläutern:

Erstens: Diese Operation stellt für den Iran in jeglicher Hinsicht eine Provokation dar, sowohl mit Blick auf den Ort als auch hinsichtlich der Art der Ausführung. So wurde am Freitag, den 27.11.2020, ein tödlicher Anschlag auf den Atomwissenschaftler Mohsen Fakhrizadeh verübt, der auch verantwortlicher Leiter im Verteidigungsministerium war. Es handelte sich um einen gewaltigen Anschlag, der von keiner geringeren Tragweite war als der Anschlag auf Qassem Solaimani, den Kommandeur der Quds-Brigaden, der im Januar 2020 getötet wurde. Laut Medienberichten wird Fakhrizadeh als „Vater der iranischen Atombombe“ bezeichnet. (BBC, 27.11.2020) Zum einen galt Fakhrizadeh als eine wichtige Schlüsselfigur im Nuklear- und Raketenprogramm des Iran. Zum anderen wurde die Operation mitten im Iran und dazu nahe der Hauptstadt Teheran ausgeführt, nicht etwa im Irak, wie im Falle Qassem Solaimanis. Auch die Anschlagsmethode in Form eines mit Sprengstoff beladenen Wagens, der zur Explosion gebracht wurde und eines Angriffs mit Maschinengewehren, stellte in jeder Hinsicht eine erhebliche Provokation für den Iran dar. Zwar wurden und werden Attentate auf iranische Wissenschaftler reihenweise verübt, worauf stets der Judenstaat verantwortliche gemacht wird und die üblichen Drohungen folgen, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort reagieren zu wollen, was in der Regel nie geschieht. Doch die Vorgänge, die sich aktuell auf internationaler Bühne abspielen, besonders jene, die aus den US-Wahlen resultierten, sowie die verhärteten Fronten und zunehmende Spaltung  innerhalb Amerikas, haben den jüngsten Anschlag überschattet.

Zweitens: Für den Iran stand schnell der Zionistenstaat als Schuldiger fest. Hinsichtlich des Judenstaates hätte diese Operation als die Absicht „Israels“ erklärt werden können, die strategischen Nuklear- und Raketenkapazitäten des Iran schwächen zu wollen. Der Judenstaat hätte das Ganze auch, wie gewohnt, dementieren und unter den Teppich kehren können, um möglichen Racheaktionen vorzubeugen. Doch in diesem Fall tat er das nicht, sondern machte Andeutungen, die beinahe einem offenen Bekenntnis nahekamen, verantwortlich für diese Operation gewesen zu sein. Ein solcher Vorgang passiert nicht, ohne das umfassende grüne Licht seitens der Trump-Administration zu haben. Mehr noch: Die Trump-Regierung zeigte sich zufrieden, zumindest mit der Operation, die der Judenstaat durchgeführt hat! Die Beweise dafür sind folgende:

1. Trump leitete wiederholt Nachrichten über seinen Twitter-Account zum Anschlag auf Fakhrizadeh weiter. Trump retweetete einen Bericht der New York Times zur Tötung Fakhrizadezs auf Twitter. Zudem leitete er einen Tweet des israelischen Journalisten Yossi Melman weiter, in dem es hieß, dieser Wissenschaftler sei der Leiter des geheimen Militärprogramms des Iran gewesen und seit Jahren vom israelischen Geheimdienst Mossad gesucht worden. Dessen Tötung stelle einen psychologischen und professionellen Schlag gegen den Iran dar. (RT, 27.11.2020) Es ist, als wollte Trump den Iran zu einem Gegenschlag provozieren!

2. Am 28.11.2020 gaben der Satellitensender Aljazeera und Aljazeera.net Aussagen des „israelischen“ Premiers Benjamin Netanjahu wieder, in denen er - entgegen der gewohnten Praxis - Andeutung auf eine Verantwortung seines Landes für das Attentat machte. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu veröffentlichte einen Videoausschnitt, wo er in ungewohnter Weise seine Erfolge auflistete, die er im Laufe der vergangenen Woche erzielt habe. Auffällig war, dass Netanjahu den Ausschnitt mit der Aussage einleitete, dass er eine Liste vorlesen möchte mit Dingen, die er in dieser Woche gemacht habe. Die Liste sei lückenhaft, da er nicht alles erzählen dürfe. Mit anderen Worten: Der Zionistenstaat verheimlicht nicht und dementiert nicht. Vielmehr macht er Anspielungen, die einem Bekenntnis gleichkommen, hinter dem Anschlag zu stecken. Zudem kündigte er an, seine Botschaften weltweit in höchste Alarmbereitschaft zu versetzen.

3. Mit Drohungen und Warnungen wurde am 27.11.2020, d. h. am Tag des Anschlags, von den USA angekündigt, den US-Flugzeugträger „USS Nimitz“, begleitet von weiteren Kriegsschiffen, in den Persischen Golf zu entsenden. Ebenso wurde kurz vor dem Attentat ein amerikanischer B 52-Bomber in den Golf geschickt. Nach dem Anschlag warnte Trump vor einer vernichtenden Antwort. Die Washington Post zitierte amerikanische Beamte, wonach Präsident Trump mit sofortiger und „vernichtender“ Vergeltung drohte, sollte irgendein Amerikaner im Irak zu Tode kommen. Die Washington Post veröffentlichte diese Drohung zur gleichen Zeit, in der der iranische Atomwissenschaftler Mohsen Fakhrizadeh am Freitag nahe Teheran umgebracht wurde. (Al-Hurra, 28.11.2020)

Drittens: All das bedeutet: Sowohl der Trump-Regierung als auch dem Zionistenstaat ist bewusst, dass während der Übergangsphase der US-Regierung kein effizienter Schlag von iranischer Seite kommen wird, zumal Teheran die Hoffnung hegt, dass der „gewählte“ Biden etwas Neues bringen würde! Und das, obwohl man wissen muss, dass sich Biden und Trump keineswegs voneinander unterscheiden außer in Stil und Methode. Ansonsten steht für beide Amerikas Interesse über jedem ihrer Getreuen, sowohl den Vasallen unter ihnen als auch jenen, die in Amerikas Kosmos kreisen. Bei genauer Betrachtung ist dies ganz offensichtlich. Teheran dreht und drückt sich um einen Vergeltungsschlag herum und lenkt dabei den Fokus auf andere Angelegenheiten, damit das Augenmerk der Öffentlichkeit auf andere Dinge als auf die von ihr geforderte militärische Antwort gerichtet wird. Das geht aus Folgendem hervor:

1. Der Iran bezeichnet das Attentat auf seinen wichtigsten Wissenschaftler und Leiter seines Nuklear- und Raketenprogramms schlicht als eine Falle, um „Chaos“ im Land zu stiften, obwohl ihm bewusst ist, dass der Judenstaat hinter dem Anschlag steckt. So sagte Irans Präsident Rouhani, dass der Urheber und hinter ihm die Trump-Administration, „daran denken, Chaos zu stiften. Doch ihnen muss klar werden, wir haben ihre Spielchen entlarvt, und es wird ihnen nicht gelingen, ihre böswilligen Ziele zu erreichen.“ Der Iran weiß also sehr wohl, wer ihn angreift. Auf seine Wissenschaftler wurden oft schon tödliche Attentate verübt ebenso wie auf seine Kräfte in Syrien und im Irak. Und nun kündigt er an, nicht zu antworten, um „nicht in die Falle“ zu tappen. So zählt der Iran die Tage, bis Biden das Präsidentenamt in den Vereinigten Staaten übernimmt! Das ist der Iran: Er prahlt mit seiner Feindschaft zum „großen Satan“ und hält Parolen wie „Tod für Amerika! Tod für Israel!“ hoch. Dabei hat die Trump-Administration selbst auf unzweifelhafte Weise enthüllt, dass diese iranisch-amerikanische Feindschaft eine Farce ist, und zwar als sie den iranischen Failaq al-Quds-Kommandeur der Revolutionsgarde, Qassem Sulaimani, öffentlich und durch einen Großanschlag Anfang 2020 im Irak tötete, anschließend al-Kadhimi als Regenten über den Irak einsetzte und das iranische Missfallen darüber völlig ignorierte. Die USA ignorierten auch all die Dienste, die der Iran in Syrien und außerhalb Syriens für sie leistete!

2. Ein weiteres Thema, auf das der Iran den Fokus legte, um das Augenmerk von einem effizienten militärischen Gegenschlag abzulenken, besteht darin, den Anreicherungsgrad für Uran auf 20 Prozent zu erhöhen, also auf ein Level von vor Abschluss des Atomabkommens, mit dem der Iran dazu verpflichtet wurde, die Anreicherung auf 3,67 Prozent zu senken. Diese Maßnahme sollte auch geschehen, allerdings ohne dass es zu einem Streitgegenstand zwischen der Regierung und den anderen Organen des Staates wird, um so die Aufmerksamkeit der Menschen von einem adäquaten Vergeltungsschlag abzulenken. So stufte der Schura-Rat (das iranische Parlament) eine solche Anreicherung als etwas Gutes ein, während die Regierung sie als schädlich und kontraproduktiv ansieht! Irans Präsident Hasan Rouhani kündigte am heutigen Mittwoch während einer Kabinettssitzung an, einen Gesetzesentwurf abzulehnen, der eine Reaktion auf die US-Sanktionen und die Tötung des prominenten iranischen Wissenschaftlers Mohsen Fakhrizadeh forderte. Dieses Gesetz wurde am gestrigen Dienstag vom iranischen, konservativ dominierten Parlament, verabschiedet. Laut iranischem Fernsehen bezeichnete Rouhani diesen Parlamentsbeschluss als „schädlich“ (…). Die wichtigste Entscheidung, die das „konservative“ iranische Parlament beschlossen hatte, war die Erhöhung der Urananreicherung auf 20% und der Ausstieg aus dem Zusatzprotokoll der Internationalen Atomenergiebehörde. (…) Der Iran hatte bis zum Abschluss des Nuklearabkommens noch 20-prozentiges Uran hergestellt. Gemäß dem Abkommen verpflichtete er sich jedoch, den Anreicherungsgrad auf 3,67% zu senken.“ (Al-Arabi al-Jadid, 02.12.2020) Des Weiteren hat der Wächterrat, der die Tätigkeit des Schura-Rates, also des iranischen „Parlaments“, kontrolliert, einen Gesetzesentwurf zur Erhöhung des Anreicherungsgrades für Uran, ratifiziert. Das Gesetz wurde vor dem Hintergrund der Ermordung des Atomwissenschaftlers Mohsen Fakhrizadeh verabschiedet.(…) Das Gesetz löste eine Diskussion innerhalb der Herrschaftselite des Iran aus und stieß bei der Regierung unter Präsident Rouhani auf Ablehnung. (Russia Today, 02.12.2020)

Viertens: Das alles bedeutet jedoch nicht – und darauf muss unbedingt hingewiesen werden -, dass die Trump-Administration etwa ihre Kontakte zum Iran abgebrochen hätte. Vielmehr hat sie den Grad ihrer Verachtung und ihrer Herabschätzung gegenüber dem Iran weiter erhöht. Sie will, dass der Iran stehend, sitzend und auch liegend den USA zu Diensten ist. Mit anderen Worten, sie will, dass der Iran sich ganz und gar mit der Achse der US-amerikanischen Interessen und Wünsche dreht, ob es einen Wechsel in der US-Regierung gibt oder nicht. So wurde Qassem Sulaimani zuvor schon getötet, woraufhin die üblichen Droh-Tiraden des Iran folgten. Das Resultat war: ein „wohlkalkulierter“, ja „abgesprochen“ anmutender Angriff auf den Militärstützpunkt Ain al-Asad im Irak. Anschließend verstummten die Drohungen! Und obwohl die verlängerten Arme des Iran im Ausland die Kapazitäten gehabt hätten, in gewissem Maße Vergeltung zu üben, lehnte der Iran das ab. Die Zeitung al-Quds al-Arabi zitierte am 24.11.2020 aus dem britischen „Middle East Eye“, dass der Iran seine Milizen im Irak unter Druck gesetzt habe, jeglichen Angriff auf amerikanische Interessen im Irak zu unterlassen. So schreibt die Zeitung: General Ismail Qaani, Kommandeur der al-Quds-Brigaden, traf 24 Stunden nach einem intensiven Raketen-Beschuss der US-Botschaft in der Grünen Zone von Bagdad ein und gab Anweisungen an irakische paramilitärischen Führer, Angriffe auf amerikanische Stellungen einzustellen.

Fünftens: Wer sich mit den Aggressionen des Zionistenstaates befasst, die mit amerikanischer Zustimmung geschahen und weiter geschehen und wer auch die wachsenden Spannungen mit dem Iran analysiert, für den stellt sich der Sachverhalt folgendermaßen dar:

1. Nach Trumps Annäherungsaktionen an den Zionistenstaat, wie die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem, die Anerkennung der von „Israel“ besetzten syrischen Golanhöhen und seiner Initiierung des Jahrhundertdeals, mit allem, was dieser an Entgegenkommen dem Zionistenstaat gegenüber beinhaltet, ist die Trump-Administration zur Überzeugung gelangt, dass das iranische Atomprogramm eine Bedrohung für den Judenstaat darstellt, die beseitigt bzw. gebannt werden muss. Daher hat diese Regierung schnellere Schritte bei diesem Vorhaben gesetzt als frühere. Hier sei auch anzumerken, dass die aus weißen Amerikanern bestehende breite Basis der „konservativen Evangelikalen“ Teil der republikanischen Basis ist und diese US-Politik befürworten, um dem Judenstaat ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten. Mehr noch: Sie erachten es als eine dogmatisch-„religiöse“ Frage, die über Politik steht.

2. Nachdem die Spaltung in den USA größer geworden war und ein schweres Ausmaß angenommen hat, will die Trump-Regierung mit dem verschärften Klima zum Iran, die Barrieren, die sich vor dem gewählten demokratischen Präsidenten im Nahen Osten befinden, weiter erhöhen. Die Trump-Administration will ihn, falls er das Präsidentenamt in Amerika übernimmt, verstärkt in die Konflikte der Erdöl-Regionen verwickeln. Das alles geschieht aus dem Blickwinkel der strategischen Vision amerikanischer Öl- und Energiekonzerne und der Rüstungsunternehmen heraus, deren Einfluss auf die US-Politik immer stärker wird.

3. Auch wenn die US-Wahlergebnisse noch nicht endgültig bestätigt sind, so waren es die Öl- und Energiekonzerne ebenso wie die US-Waffenindustrie, die hinter dem Wahlkampf Trumps standen. Und zu diesen Konzernen ist zu sagen:

- Sie sind angesichts der erwarteten Rückkehr Amerikas zum Pariser Klimaschutzabkommen die offensichtlichen Verlierer, da ihnen dadurch herbe Verluste drohen. Das könnte sich hinsichtlich der Erdölpreise auf diese Konzerne auswirken, insbesondere während der Pandemie, die sich voraussichtlich bis Ende des Jahres 2021 hinziehen wird. Darüber hinaus ist es gut möglich, dass der designierte Präsident - in welcher Form auch immer - zum iranischen Atomdeal zurückkehren wird, was sich auf diese Unternehmen negativ auswirken würde.

- In Anbetracht dieser Sorgen wollen diese Konzerne von der noch verbleibenden Amtszeit Trumps und seiner Regierung profitieren, zumal die US-Gerichte die Betrugsvorwürfe Trumps zurückgewiesen haben und damit die Chance auf Annullierung der Wahlergebnisse immer kleiner wird. Aus diesem Grund drängen diese Unternehmen die US-Regierung dazu, die Lage am Golf zu verschärfen. Das soll die Ölpreise nach oben treiben und zu verstärkten Waffendeals führen.

Sechstens: Eine Verschärfung der Lage am Golf könnte die Zielrichtung für einen tatsächlichen Vergeltungsschlag verändern, nämlich weg vom Zionistenstaat und hin zu anderen Staaten, wie Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Rechtfertigungen dafür stünden bereit: Diese Staaten sind dabei, ihre Beziehungen – ob offen oder im Verborgenen – mit dem Zionistenstaat zu normalisieren. So sprach der Iran in Reaktion auf den Anschlag von den „Heuchlern“, womit er Länder wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain meinte. Und selbst mit den Andeutungen, ja beinahe schon Geständnis des Zionistenstaates, für das Attentat verantwortlich zu sein, fällt es dem Iran leicht, zu behaupten, diese „jüdische Aktion“ habe der saudische Geheimdienst mit saudischer Finanzierung auf iranischem Boden koordiniert. Schließlich kursierten Berichte über einen geheimen Besuch des „israelischen“ Premierministers in Saudi-Arabien und eines Treffens mit Bin Salman und dem amerikanischen Außenminister Pompeo am 23.11.2020. All das vereinfacht es dem Iran, eine Verbindung Saudi-Arabiens zum Anschlag auf den Atomwissenschaftler herzustellen. Dem Iran wird es auch möglich sein, einen Schlag in Richtung Vereinigte Arabische Emirate hinzulenken. Am 01.12.2020 veröffentlichte Aljazeera eine dem britischen „Middle East Eye“ entnommene Meldung, wonach der Iran damit gedroht habe, auf die Tötung Fakhrizadehs mit einem direkten Militärschlag auf die Vereinigten Arabischen Emirate zu antworten. Die britische Nachrichtenseite berichtete unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte emiratische Quelle, Teheran habe den Kronprinzen von Abu Dhabi, Muhammad bin Zayed, direkt kontaktiert und ihn über einen bevorstehenden Schlag gegen sein Land als Reaktion auf die Tötung Fakhrizadehs informiert. Darüber hinaus könnte der Iran durch verstärkte Unterstützung der Huthis in Form von Raketen und Drohnenangriffen gegen saudische Öl-Einrichtungen, reagieren. Das passiert ohnehin und eine Ausweitung würde keine weitere Verantwortung nach sich ziehen. Sollte der Iran diese Richtung einschlagen, hätte er sein Volk, das nach einem Vergeltungsschlag gegen den wahren Urheber des Attentats ruft und nicht nach einem Herumkreisen in seiner Umgebung, betrogen!

Siebtens: Und so werden immer wieder muslimische Forscher, vor allem iranische Nuklearwissenschaftler, getötet, ohne dass Maßnahmen ergriffen werden! Dadurch fühlte und fühlt sich das Zionistengebilde, das mit seiner realitätsverzerrenden Fratze auf Grundlage der Besetzung des gesegneten Bodens Palästinas entstanden ist, ermutigt, wiederholt muslimische iranische Wissenschaftler zu liquidieren! Es ist schmerzhaft, dass es den Herrschern in den islamischen Ländern möglich gemacht wurde, für Erniedrigung die Würde herzugeben, zu Vasallen der ungläubigen Kolonialisten zu werden oder im Kosmos der Kolonialisten zu kreisen. So werden sie feindlich angegriffen und schweigen dazu. Ihre Heiligtümer werden entweiht, und sie lehnen sich nicht auf. So sieht die Realität nach dem Untergang des Kalifats aus. Die Muslime werden von dummdreisten Herrschern heimgesucht, die feindliche Aggression niemals vergelten. Erst mit der Rückkehr des Kalifats wird die Würde der Muslime zurückkehren. Dann wird der Kalif ein Heer anführen, das so sein wird, wie das Heer, das einst einer Frau zu Hilfe eilte, die von einem Byzantiner gedemütigt wurde. Für seine Untat wurde er getötet und sein Land, aus dem er stammte, hat man eröffnet. Der Ruhm der Muslime wird erst dann zurückkehren, wenn sich Männer erheben, denen das Diesseits und seine Genüsse nichts bedeuten und die nach dem streben, was Allah, der Allmächtige und Große, für sie bereitgelegt hat. Es sind Männer, die sich erheben und diesen Herrschern ein Ende bereiten werden, sodass sie nicht mehr als eine Randnotiz der Geschichte sind und ihre Gewaltherrschaft für immer ein Ende nimmt. Diese Männer werden - nachdem Allah ihnen Erfolg verleiht, und Allah wird Seinen gläubigen Dienern Erfolg verleihen – die Umma zu einem Staate des Ruhms, der Würde und der Größe führen, zum zweiten Rechtgeleiteten Kalifat, zu einem Staat, der das Zionistengebilde beseitigen und die Einflussnahme der USA und anderer ungläubiger Kolonialisten in der islamischen Welt ein für alle Mal beenden wird. Sodann werden ihnen die Länder des Islam bis zum Jüngsten Tage verschlossen bleiben, und aus den Minaretten wird es fortan ertönen:

(وَقُلْ جَاءَ الْحَقُّ وَزَهَقَ الْبَاطِلُ إِنَّ الْبَاطِلَ كَانَ زَهُوقاً)

Und sag: „Die Wahrheit ist gekommen und die Falschheit ist verschwunden. Wahrlich, die Falschheit wird bestimmt verschwinden!“ (17:81)

(وَيَقُولُونَ مَتَى هُوَ قُلْ عَسَى أَنْ يَكُونَ قَرِيباً)

Und sie sagen: „Wann wird es sein?“ Sprich: „Sein wird es vielleicht schon bald!“ (17:51)

22. Rabīʿ al-Āḫir 1442 n. H.
07.12.2020 n. Chr.
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