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Nachricht- Kommentar

Wie der Liberalismus die Epidemie des von Kindern ausgehenden Kindesmissbrauchs im Westen ausgelöst hat

Nachricht:

Wie BBC Panorama am 6. September berichtete, geht aus den vorliegenden Polizeidaten hervor, dass sich die Zahl der Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern durch andere Kinder in England und Wales in den zwei Jahren von 2017 bis 2019 verdoppelt hat. Die Polizei erfasste im Jahr 2019 fast 16.000 Fälle, in denen sowohl der Täter als auch das Opfer unter 18 Jahren waren. In dieser Zahl sind Online-Delikte nicht enthalten. In 10 % der gemeldeten Fälle war der mutmaßliche Täter 10 Jahre alt oder jünger. In neun von zehn Fällen wurden Mädchen von Jungen missbraucht, und acht von zehn der Opfer waren Mädchen. Zu den Straftaten gehörten Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe. Da nicht alle Fälle bei der Polizei gemeldet werden, geht man davon aus, dass diese schockierenden Zahlen das Ausmaß des Problems deutlich unterschätzen.

Kommentar:

Die neuesten Angaben zum sexuellen Kindesmissbrauch, begangen von Kindern, kommen einige Monate nach der Veröffentlichung eines Berichts der britischen Bildungsaufsichtsbehörde OFSTED, in dem festgestellt wurde, dass sexuelle Belästigung unter Kindern im Schulalter zur „Normalität“ geworden ist. Laut dem Bericht meinen 9 von 10 Mädchen, dass sexistische Beschimpfungen und die Zusendung unerwünschter sexuell anstößiger Fotos oder Videos „oft“ oder „gelegentlich“ vorkommen. Einige Mädchen berichteten sogar, dass sie von bis zu 11 Jungen pro Nacht kontaktiert würden, die sie um obszöne Bilder bitten. Darüber hinaus gaben 79 % der Mädchen an, dass sexuelle Übergriffe unter Gleichaltrigen in unterschiedlicher Form „oft“ oder „manchmal“ vorkommen. Die leitende Gutachterin der OFSTED, Amanda Spielman, erklärte, dass die Jugendlichen dies an jeder Schule, welche die Aufsichtsbehörde besuchte, als ein bedeutendes Problem bezeichneten. Der Bericht zeigte auch, dass missbräuchliches Verhalten in Schulen so alltäglich ist, dass viele Schüler keinen Sinn darin sehen, es anzuprangern oder zu melden. Spielman bemerkte: „Es ist alarmierend, dass viele Kinder und Jugendliche, vor allem Mädchen, das Gefühl haben, sexuelle Belästigung als Teil des Erwachsenwerdens akzeptieren zu müssen... Dabei spielt es keine Rolle, ob es in der Schule oder in ihrem sozialen Umfeld passiert, sie haben einfach nicht das Gefühl, dass es sich lohnt, es zu melden.“ Die OFSTED-Untersuchung erfolgte als Reaktion auf die schockierenden Zahlen, die von einer unabhängigen Internetseite – „Everyday Invited“ - veröffentlicht wurden. Dort wurden junge Opfer aufgefordert ihre Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch an ihrer Schule oder Universität zu schildern. Die Internetseite erhielt Berichte von fast 3000 Schulen aus ganz England, darunter über 400 Grundschulen. In nur einem Jahr wurden mehr als 50 000 Missbrauchsberichte zusammengetragen. Das Ausmaß dieses Problems, von dem junge Menschen betroffen sind, ist zwar schockierend, aber nicht überraschend. Denn es spiegelt einfach die Verbreitung und Normalisierung von Sexualverbrechen gegen Frauen in den westlichen Gesellschaften und anderen liberalen Staaten wider. Im März diesen Jahres ergab eine Umfrage von YouGov, die in einem Artikel von UNWomen veröffentlicht wurde, dass in England mehr als vier Fünftel (86 %) der Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren im öffentlichen Raum sexuell belästigt worden sind. Außerdem werden in England und Wales jedes Jahr 85 000 Frauen Opfer einer Vergewaltigung oder versuchten Vergewaltigung (ONS). Diese Statistiken spiegeln sich auch in anderen liberalen Staaten, in Ost und West, wider.

Es wurden verschiedene Lösungen vorgeschlagen, um dieses Problem zu lösen, darunter soll Jungen der Respekt Frauen gegenüber näher gebracht werden, Schulkinder sollen über gesunde Beziehungen aufgeklärt werden, Lehrer und Polizisten sollen besser auf den Umgang mit Meldungen über sexuelle Übergriffe geschult werden, und an den Universitäten sollen Pflichtveranstaltungen zum Thema „Einwilligung“ stattfinden. Solche Maßnahmen werden jedoch bei der Lösung dieses Problems kläglich scheitern. Denn sie ignorieren die Tatsache, dass sexuelle Belästigung und Gewalt gegen Frauen eine direkte Folge der Ideen und Einstellungen sind, die Männer und Gesellschaften gegenüber Frauen haben. Dafür verantwortlich sind die vorherrschenden Werte und Überzeugungen in einer Gesellschaft. In liberalen Staaten werden persönliche und sexuelle Freiheiten gefeiert und durch Filme, Musik, Werbung und Literatur gefördert. Solche Überzeugungen ermutigen den Einzelnen, seinen Wünschen freien Lauf zu lassen und jede Beziehung zu führen, die er möchte. Es wird eine Kultur der Selbstbefriedigung gefördert, die nur auf Vergnügen aus ist - häufig um jeden Preis. In liberalen Gesellschaften ist die Objektivierung und Sexualisierung von Mädchen und Frauen in der Unterhaltung, der Werbung, der Pornografie und sogar in Spielen weit verbreitet - wodurch Frauen zu bloßen Objekten degradiert und entmenschlicht werden, um die Begierden der Männer zu stillen. Dies hat zu einer schizophrenen Haltung bei dem Umgang mit Frauen geführt. Einerseits argumentieren sie, dass Frauen respektiert werden sollten, während sie andererseits die systematische Erniedrigung ihrer Würde zum Zwecke des Profits und der Unterhaltung zulassen. In den liberalen Ländern wurde zudem die allgemeine Sexualisierung der Gesellschaft gefördert, die die Beziehung zwischen Männern und Frauen entwertet und sexuelle Belästigung und Übergriffe weiter verschärft. All dies sollte für uns als Muslime eine ernüchternde Erinnerung an die verheerenden Folgen einer liberalen Kultur und die zerstörerischen Auswirkungen sein, die sie auf die Jugend, das Leben der Frauen und die Gesellschaft im Allgemeinen hat. Das islamische System, das Kalifat, verpflichtet die Männer und die Gesellschaft jedoch nicht nur dazu, den Frauen mit Respekt zu begegnen, sondern bietet auch einen umfassenden Weg, um Frauen in ihrer Würde zu schützen.

Dazu gehören ein Bildungssystem und eine Medienpolitik, die die richtige Einstellung zum Schutz der Ehre der Frau vermittelt sowie die Umsetzung der umfassenden islamischen Gesellschaftsordnung. Diese regelt u.a. die Beziehung zwischen Männern und Frauen, sodass die Befriedung des Sexualinstinks sich ausschließlich auf die Ehe beschränkt. Dies sorgt für ein respektvolles Zusammenleben der Geschlechter in allen Lebensbereichen und minimiert Verbrechen gegen die Würde der Frau. Wird die Würde der Frau in irgendeiner Form verletzt, so gibt es im Islam ernsthafte rechtliche Konsequenzen. Selbst ein einziges Wort der Verleumdung gegen eine keusche Frau wird als schweres Verbrechen eingestuft, das eine harte Strafe verdient. Das Maß an Schutz, welches Frauen historisch unter islamischem Recht genossen, spiegelt sich in den Worten des französischen Architekten A. L. Castellan aus dem 19. Jahrhundert wider, der das osmanische Kalifat bereiste. Er sagte: „Türken sind sehr respektvoll gegenüber Frauen. Sie halten es für eine Sünde, Frauen an öffentlichen Orten anzustarren.“ Der Kontrast zu liberalen Staaten könnte nicht größer sein!

Geschrieben für das Zentrale Medienbüro von Hizb ut Tahrir von
Dr. Nazreen Nawaz
Leiterin der Frauenabteilung im Zentralen Medienbüro von Hizb ut Tahrir
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